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Feuchter Keller, Lüften, Schimmel, Luftentfeuchter

Im Keller bildet sich leicht Feuchtigkeit, die sich schnell in allen abgestellten Utensilien sammelt. Was in Kellern passiert und welche Lösungen es gibt:

Feuchtigkeit und Schimmel im Keller

Fühlen kann man die Kellerfeuchtigkeit an Papier oder Wellpappe, die sich klamm anfühlt oder sogar nass. Aus so einer Feuchtigkeit im Keller entsteht Schimmel und der ist gesundheitsschädlich.

Als ich dieser Tage in den Keller ging, fühlte sich das genauso feucht an und ein Blick auf das alte Hygrometer bestätigte eine Luftfeuchtigkeit von über 64%. Das war deutlich zu feucht für mein Gefühl. Also was tun? Ich habe mit Nachbarn darüber gesprochen und die haben einen genauso gut isolierten Keller (Wanne und gute Dämmung) wie wir und trotzdem genau das selbe Problem.

Woher kommt die Feuchtigkeit im Untergeschoss?

Also was tun? „Lüften, lüften, lüften!“ sagten die Nachbarn. Und genau das habe ich getan. Alle Fenster auf Kipp, schön lüften. Und was passierte? Die Luftfeuchtigkeit wurde immer höher. Innerhalb eines einzigen Tages waren über 70% Luftfeuchtigkeit erreicht. „Toll!“ dachte ich. Das klappt ja prima.

Völlig verkehrt ist das Lüften des Kellers

Vielleicht bringt das Lüften frische Luft, aber keinesfalls eine niedrige Luftfeuchtigkeit. Also ab ins Internet und recherchieren. Ich fand einige Hinweise, auch Hilfe im Falle von Schimmel, aber erst nach längerem Suchen fand ich ein PDF, was genau meine Erfahrungen bestätigte. Das PDF (siehe Link unten) kommt von der Firma WD AUSTRIA und beschreibt exakt das Problem von Feuchtigkeit in Kellern, die verstärkte Kondensbildung oder sogar Wassereintritt haben. Das Dokument beantwortet die Fragen:

  • „Was ist bei feuchten Kellern die Ursache für die hohe Feuchtigkeitsbelastung?“
  • „Wie lüfte ich richtig?“

Grundlegend ist dabei, dass ein Feuchtigkeitsanteil in der Luft von Kellern bei 50-65% liegen darf. In wohngenutzten Kellerräumen sind dabei die niedrigeren Werte optimaler. Bei 65-70% oder höherer Luftfeuchtigkeit ist bereits mit Schimmel zu rechnen, da die Feuchtigkeit sich an den kühlen Kellerwänden ablegt und dort leicht Schimmelbildung entstehen kann.

Und wenig später lese ich genau die Erklärung für die ansteigende Luftfeuchtigkeit beim Lüften: „Warme Luft wird in Kellerräume eingebracht, kühlt dort ab – wie erwähnt kann aber kalte Luft weniger Feuchtigkeit speichern. Die in der warmen Luft vorhandene Feuchtigkeit kondensiert an den kühleren Kellerwänden: Man erreicht genau das Gegenteil von dem, was man durch Lüften bezwecken möchte!

Das Dokument nennt dann mehrere Möglichkeiten, die Luftfeuchtigkeit zu verringern:

  1. Lüften im richtigen Moment. Das macht laut Dokument nur Sinn, wenn die Außentemperatur mindestens 5 Grad unter der Kellertemperatur liegt.
  2. Heizen.
  3. Dämmen (nur bedingt hilfreich).
  4. Verändertes Wohnverhalten in Bezug auf Wäschetrocknung, Duschen, Vorhänge…
  5. Ein Luftentfeuchter.

Das alles leuchtete mir sofort ein. Das Dokument ist sehr ausführlich und geht auf den Feuchtigkeitspuffer der Wände genauso ein, wie auf die höheren Heizkosten bei feuchter Raumluft. Es erläutert die Funktionsweise eines Luftentfeuchters und erklärt grundlegende Unterschiede zwischen billigen Luftentfeuchtern (meist aus Asien) und besseren Geräten, die überdies meist effektiver und damit energetisch besser arbeiten (Energieeffizienz).

Bei einem Lufentfeuchter ist wichtig, dass die Wattzahl keinerlei Kriterium für die Effizienz des Gerätes ist, denn man muss die Menge des Wassers, welches aus der Luft entzogen wird ins Verhältnis zum Verbrauch des Gerätes setzen. Zumal oft die asiatischen Geräte nur für kleine Räume und niedrige Luftfeuchtigkeiten ausreichen. Logisch erscheint mir auch der Hinweis auf bessere Bauweise zum leichten Säubern des Gerätes und möglichst wenig Elektronik.

Für mich stand schnell fest, dass es für unseren Keller ein Luftentfeuchter sein musste. Es gibt auf dem Markt eine unüberschaubare Anzahl von Geräten und darunter verdammt viele, die in Asien hergestellt werden. Dabei stört mich persönlich nicht nur, dass solche Geräte oft beim Versagen weggeschmissen werden müssen anstatt repariert werden zu können (welche Energieverschwendung wir da in Hinsicht auf die Herstellungsenergie betreiben ist ungeheuerlich), sondern auch die Arbeitsplätze in Europa. Ich persönlich denke nur allzuoft, wie wir ständig chinesische Produkte oder Textilien kaufen können, die noch dazu oft mit krebseregender Chemie geliefert werden. Wer das Zeugs kauft (machmal kann man natürlich gar nicht anders, weil es keine Alternativen gibt), der muss sich über den Verlust seines eigenen Arbeitsplatzes auch nicht wundern.

Natürlich habe ich mir alle möglichen Geräte und Angebote auch von Baumärkten angesehen. Oft war die Leistung der Geräte nicht ausreichend, oder es war schon von außen sichtbar, dass die Wasserbehälter extrem verwinkelt gebaut waren. Zur Reinigung des Behälters, in den das Wasser aus der Luft abgeleitet wird, muss dieser gut zugänglich sein. Sonst entstehen dort wieder Probleme mit Feuchtigkeit oder gar Schimmel, die man natürlich mit dem Gerät vermeiden wollte.

Luftentfeuchter WD 18Mir erschien es sinnvoll mich an einen Experten zu wenden und so rief ich die Firma WD AUSTRIA an. Ich erreichte sofort eine Mitarbeiterin, die mich nach den Feuchtigkeitswerten unseres Kellers, der Größe, Lageplan und anderen wichtigen Zuständen fragte und mich sehr kompetent beriet. Ich entschloss mich kurz darauf das Gerät WD 18 zur Entfeuchtung von Räumen bis zu 160qm (bei 7-15 Grad Celsius Raumtemperatur) zu bestelen.

Ich habe mir die Entscheidung nicht einfach gemacht, denn ich bin kein Experte im Bereich Raumentlüftungsgeräte. Aber schließlich leuchtete mir ein, dass ein Gerät lieber überdimmensioniert sein sollte (es schaltet sich bei erreichter maximaler Luftfeuchtigkeit von selbst ab, läuft also immer nur an, wenn es muss) und dass es gut zu reinigen sein sollte.

Dabei ist das Gerät von WD AUSTRIA sogar recht preiswert in Bezug auf die Leistung – vor allem wenn man mit der Lieferung des Gerätes etwas Zeit hat, denn die Preise sind nach Lieferzeit gestaffelt. Warum das so ist, erklärte mir die Mitarbeiterin mit den Bauzeiten und Lagerkosten.

Verpackung Karton im Karton WD 18 LuftentfeuchterDer Luftentfeuchter kam wenige Tage nach der Bestellung (ich hatte keine Zeit zu warten, denn die Luftfeuchtigkeit war durch das Lüften viel zu hoch) und wurde durch DHL auf einer Sackkarre geliefert. Es war in einem großen Paket untergebracht, auf dem deutlich ein Hinweis zu lesen war, daß man beim Empfang auf Beschädigung prüfen soll. Das tat ich und wurde positiv überrascht, denn es gab keine Delle und beim Auspacken wurde schnell klar, dass selbst eine Delle im großen Umkarton kein Problem gewesen wäre, denn innen drin war noch ein Paket exakt in Styroporecken gelagert. Besser geht es wohl kaum, dachte ich. Abgesehen davon war der Luftentfeuchter auch noch einmal gut eingepackt.

Ein Tipp zum Auspacken des etwa 17kg schweren WD 18: öffnen Sie zuerst den Boden des Kartons und klappen alle Kartonwände nach außen um. Drehen Sie dann vorsichtig das Paket auf diesen Boden und ziehen es nach oben ab. Das klappt meist auch mit anderen schweren Geräten gut wie mit Fernsehern, Computer-Monitoren oder ähnlichen.

Regler am WD 18 - Hygrostat oben und Lüfterregelung untenNach dem Entfernen von einer Transportsicherung hinten am Gerät und dem Entfernen eines Tuches zur Aufnahme von Restfeuchtigkeit nach dem Testbetrieb des Herstellers (alle Hinweise waren gut auf entsprechenden Zetteln zu lesen), las ich die Bedienungsanleitung und mir wurde schnell klar, dass das Gerät total simpel zu bedienen ist. Man kann den Wasserbehälter einsetzen oder einen Abwasserschlauch anschließen (sehr praktisch in Kellern mit Abflüssen). Dann stellt man das Gerät auf Stufe Zwei  (beste Energieeffizienz – die Stufe Eins dient dem geräuscharmen Betrieb während man im Raum ist) und lässt es laufen, bis man die gewünschte Raumluftfeuchtigkeit erreicht hat. Ich habe bei 55% Luftfeuchtigkeit den zweiten Regler am Gerät langsam so weit zurück gedreht, bis das Gerät ausging. Danach spring der WD 18 immer dann an, wenn die Luftfeuchtigkeit sich erhöht (eingebauter Hygrostat) und wieder aus, wenn es die Luftfeuchtigkeit auf 55% reduziert hat. Sehr praktisch ist das schon deshalb, weil auch ein Stromausfall das Gerät nach wieder vorhandenem Strom genauso läuft wie zuvor.

Wenn man im Keller schläft bietet sich eine Zeitschaltuhr an, mit der man den Betrieb am Tag erlaubt. Weniger Elektronik ist oft besser dachte ich, vermisste aber schon bald einen Aus-/Einschalter. Ich überlegte, wie ich eine Lache unter dem Gerät verhindern könnte, wenn ich den Wasserbehälter leere. Den Regler (Hygrostat) herunterzudrehen, um den Strom am Gerät abzuschalten ist keine gute Idee. Wie findet man die zuvor fein eingestellte Position des Reglers wieder? Ich habe der Einfachheit halber eine abschaltbare Steckdose angeschlossen. Das ist auch wegen des zweiten Kritikpunktes ganz nützlich: Der Hersteller rät beim ersten Entfeuchten, das Gerät in der Mitte des Raumes zu positionieren. Das Stromkabel des Gerätes ist aber relativ kurz und da hilft dann die abschaltbare Stromverlängerung.

Weitere Kritikpunkte habe ich nicht gefunden. Ich war sehr positiv überrascht über die grundsolide Bauart des Gerätes, die einfache Wasserentleerung, das Loch unter dem Tropfhahn, der manchmal noch nachtropft wenn man den Wasserbehälter ausleert. Dabei tropft es nicht ins Gerät, sondern auf den Boden oder auf einen Lappen, den man unten drunter legt (z. B. beim Entleeren auf Parkett). Aber natürlich hat mich am meisten interessiert, wieviel Strom das Gerät auf lange Sicht verbrauchen wird und was es an laufenden Kosten verursachen würde. Und da war ich ein weiteres Mal positiv überrascht. Den Stromverbrauch messe ich aktuell mit Hilfe des „Energieloggers 4000“ von Amazon (siehe Link unten).

Der von mir gemessene Stromverbrauch ist nicht stellvertretend für andere Räume oder Keller. Wichtig sind Größe (qm und cm), Fenster, Isolierung und manch anderer Faktor. Auch ist der Verbrauch des Gerätes in den ersten Tagen nicht wirklich interessant, sondern eine Langzeitmessung über ein Jahr. Ich messe im Lauf auf Stufe 2 einen Verbrauch von 380 Watt.

Stromverbrauch WD 18Fest steht, dass das Gerät hier in zwei durchschnittlich warmen Tagen (20 Grad) etwa 1.9 Liter bei einem hochgerechneten monatlichen Verbrauch von EUR 6,99 (bei 22 Cent pro KWh) und einem jährlichen Verbrauch von hochgerechnet EUR 85, 05. Dies wurde gemessen in zwei verbundenen Kellerräumen mit insgesamt 25,33qm und etwa 65 Kubikmetern Raum bei 18 Grad Celsius. Die vorherige Luftfeuchtigkeit lag bei etwa 65% und die neue Luftfeuchtigkeit mit dem HD 18 bei 53%. Ich habe den WD 18 jetzt auf 53% eingestellt (Hydrostat).

Die Lautstärke des Gerätes ist für Keller in jedem Falle in Ordnung. Für Wohnkeller in denen beispielsweise geschlafen wird, bleibt die beschriebene Möglichkeit das Gerät zu timen (sehr unkompliziert weil keine Elektronik im WD 18 verbaut wurde) oder im Moment des Benutzens auf Stufe 1 herunterzuregeln. Dabei möchte ich zwar keine lautstärke sensiblen Tätigkeiten wie Yoga praktizieren, aber z. B. prima Tischtennisspielen. Ich habe keine Möglichkeit die Dezibel zu messen und zu Papier zu bringen. Die Firma WD Austria gibt Werte an von38 dB(A) / 52 dB(A) (Ventilatorstufe 1 / 2). Ich würde die beiden erhörten Geräuschpegel des WD 18 vergleichen mit den Stufen 1 und 2 (von 3 Stufen) einer Dunstabzughaube.

Fazit

Auch wenn ich die Kosten für den Keller hier noch nicht genau angeben kann, weil der Luftentfeuchter im Winter vermutlich sehr viel seltener anspringen wird und im Moment eine absolute Hitzewelle mit unheimlicher Feuchtigkeit keinen durchschnittlichen Stromverbrauch in unserem Keller zulässt, halte ich das Gerät für grundsolide und hervorragend geeignet für mittlere bis große Keller. Die Bedienung und Reinigung des Gerätes sind sehr gut durchdacht und extrem einfach. Die Beratung und der Service der Firma WD Austria ist hervorragend. Mir ist meine Gesundheit und eine trockene Kellerluft viel wert und ich wäre auch mit Kosten von EUR 150,- im Jahr einverstanden. Ich kann den Luftentfeuchter WD 18 sehr empfehlen.

Den Keller richtig entfeuchten >>

Luftentfeuchter WD 18 >>

Die Webseite von WD AUSTRIA >>

Das PDF zum Thema Luftentfeuchtung & Bauentfeuchtung >>

Energielogger 4000 bei Amazon >>

Feuchtigkeitsmessgerät bei Amazon >>

8 Kommentare

  1. Peter Roskothen sagt

    Hallo Tia,

    das hängt stark von vielen Faktoren ab:
    1) wie die Wettersitutation in dem Jahr ist
    2) wie groß Deine Kellerräume sind
    3) auf wieviel Prozent Luftfeuchtigkeit Du runter willst
    4) wieviel der Strom bei Dir kostet
    5) Ob Du lüftest oder nicht

    Kann man also so nicht beantworten. Ich bin heute immer noch sehr zufrieden mit dem Gerät. Es läuft praktisch wartungsfrei, wird bei mir von Raum zu Raum geschoben und es tut seinen Dienst leise und zuverlässig. Gerade bei einem Elektrogerät, welches auch läuft wenn Du aus dem Haus bist, also sehr wichtige Erfahrungen.

    Ansonsten kann ich nur sagen, daß es bei uns im Jahr 2011 bei dem oben beschriebenen Vorgehen EUR 86,- verbraucht haben (bei Cent 24/KWH). Das sind monatlich EUR 7,16 auf das Jahr gerechnet.

    Hilft Dir das?

  2. Peter Bergmann sagt

    Danke, das war absolut interessant und hilfreich für mich; habe derzeit 2 Entfeuchter am Netz, da z. Z. genau dieses Problem im Keller (EFH, Bj. 1938) auftritt.

  3. Tim R. sagt

    Danke, genau danach habe ich gesucht. Ich habe zwar bereits drei Hygrometer in meinen Räumlichkeiten (normale Wohnung) im Keller habe ich jedoch noch keines gefunden, welches funktioniert hat. Ich werde mir die Tipps von dir mal zu Herze nehmen und hoffe es klappt damit :).
    Beste Grüße
    Tim

  4. Susanne sagt

    Herzlichen Dank für den klasse Artikel. Hat uns sehr geholfen (u.a. um die ad hoc entstandene Panik abzubauen). Wir sind vor einigen Wochen (nach einer 5-monatigen Renovierungszeit) in ein 50er Jahre Häuschen eingezogen, das im Grunde nicht kellerfeucht war. Seit aber in einem der Kellerräume unsere ganzen Umzugskisten und all das, was noch nicht am endgültigen Platz ist, eingeräumt waren, wurde dort der Boden (blanker Kellerboden/-estrich, keine Bodenplatte…) fleckenfeucht, die Wände gar nicht. Auch mufft es nicht oder schimmelt. Ich dachte natürlich auch erst mal „ui. lüften!“, was aber – wie ich jetzt weiß – genau falsch war. Ich vermute nun, die Mischung aus a) dem vollgestellten Raum und b) den deutlich wärmeren Temperaturen seit März hat den Effekt hervorgerufen. Wir haben nun einen Trockner aufgestellt, und es wird schon täglich weniger, die Flecken trocknen sichtbar ab. Auch wird der Raum natürlich auch immer weiter leer geräumt, und wir wollen nun noch das alte Kellerfenster austauschen gegen ein neues, das auch wirklich dicht abschließt, das hilft hoffentlich auch noch. Die anderen beiden Räume sind vollkommen trocken, obwohl in einem sogar Waschmaschine und Trockner (Kondenstrockner mit Abwasseranschluss) betrieben werden.

    • Peter Roskothen sagt

      Hallo Susanne, ist der Raum jetzt trocken? Trockner brauche ich gar nicht mehr. Ich hänge die Wäsche im Keller auf und starte den WD18. Der trocknet die Wäsche in Windeseile. :-)

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