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Elektronik Burnout

Mein eigener Elektronik Burnout hat begonnen. Nichts funktioniert mehr.

Ich fühle mich ausgebrannt. Ich habe Tage, da kümmere ich mich nur um Hardware und Software und Anmeldungen, Passwörter, IDs und Rechner. Ich fühle mich dann dermaßen unproduktiv, kann meinen eigenen Aufgaben nicht nachgehen und denke so viel Zeit verplempert zu haben.

Software und Hardware die nicht funktioniert

Neulich habe ich auf dem MAC ein neues Betriebssystem aufgesetzt. So richtig nach Anleitung mit einem Stick. Yosimete heißt der Mist. Nichts funktionierte. Der Rechner zeigte eine graue Seite. Nun habe ich zwei Monitore und offenbar war der Anmeldebildschirm einfach auf dem ausgeschalteten Monitor und ich konnte ihn nicht sehen. Dafür habe ich dann Tage vor dem Rechner verbracht ohne den Fehler zu bemerken. Warum der Anmeldebildschirm gewechselt hat und nicht auf beiden Monitoren dargestellt wird? Weil Steve Jobs nicht mehr lebt und nun auch die Leute bei Apple wie früher schon bei Microsoft nur noch am Nutzer vorbei arbeiten.

Heute tat des das Apple TV nicht mehr. Man konnte keine Filme mehr ansehen. Das bedeutete den totalen Reset mit neuem LAN-Passwort, Apple Passwort, vorher Keyboard anschließen per Bluetooth… mir schwirbelt der Kopf.

Updates & Upgrades

Kennen Sie eine Software, die sich nicht täglich ein Update herunterlädt? Man ist mittlerweile mehr damit beschäftigt Sicherheitslücken durch Updates zu laden und zu kontrollieren, als mit der Software zu arbeiten. Ist das sinnvoll? Benötigt bald jedes Unternehmen so viele IT-Mitarbeiter wie produktive Mitarbeiter?

Die dringendsten Fragen, welche mir durch den Kopf schießen sind: Wie soll das mit der Elektronik weitergehen? Was ist im Notfall? Was passiert wenn ich im Krankenhaus bin oder tod? Wohin geht der ganze Mist? Was ist mit all den Abos, den Passwörtern? Wer wird das regeln? Wer kann die ganzen Dinge im Haus noch bedienen?

Mittlerweile bin ich fast soweit mich in eine Haus ohne jede Elektronik zu wünschen. Also eine Hütte mit Herd auf Holzbasis. Nur noch Holz hacken, kochen, sauber machen und fertig. Den Tieren zu Essen geben, Milch zapfen mit der Hand, Eier auflesen, ein schönes Risotto kochen… was weiß ich. Nur keine Elektronik mehr. Telefon ganz normal ist ok. Strom auch, Gas ebenfalls, aber kein Auto mit Navi, Menü, Passwort…

Aber heute kannst Du doch keinen Job mehr machen ohne den ganzen Elektronikmist. Devolo-Adapter, Router, Monitore, Rechner, Fernbedienungen, Ferneseher, Netzwerk, Smartphone, Accounts, automatisches Garagentor, Rolladen, Kühlschrank… mir kommt es vor als ob man keine Uhr mehr ohne Netzwerkanschluss bekommt.

Mir ist mittlerweile alles verhasst, was nicht ohne Komplikationen läuft. Das betrifft auch viele Apple Produkte nachdem Steve Jobs verstorben ist. Immer mehr Unternehmen haben scheinbar vergessen, worum es wirklich geht:

Die Zufriendenheit der Kunden muss im Vordergrund stehen. Nicht der Ertrag.

Auch bei Apple geht es nur noch um Geld, nicht mehr um den Kunden. Was ist die Lösung für uns Burnout Gefährdeten?

Was hilft gegen Elektronik Burnout?

Alles zurück auf Null? Analoger Film? Keine eMail mehr? Kein Internet? Kein Fernsehen über das Netzwerk? Ab ins Kloster für zwei Wochen? Neu anfangen?

Leider sind alle Zeichen auf digital geschaltet. Selbst das Telefon soll über IP laufen anstatt wie gewohnt über gute Leitungen. Natürlich funktioniert das genauso wenig fehlerfrei wie es einen Support gibt bei Telekom oder anderen Unternehmen. 25 Minuten Wartezeit für ein Problem – nennt die Telekom das Support? Das ist Dreck, Mist, Verarschung, Profitgier, nichts anderes. Das geht genauso am Kunden vorbei wie Voice over IP.

Auch der gute Telekom Supportmitarbeiter, der bei mir alles wieder in Ordnung gebracht hat, kann nicht verhindern, dass es auch Supportmitarbeiter gibt, die eben nicht ihr Geld wert sind. Sprich: das Unternehmen krankt an schlechten Mitarbeitern und schlechtem Telefonsupport.

Kennen Sie die automatischen Stimmen am Telefon? „Gegen Sie die Eins ein, wenn Sie…!“. „Sagen Sie uns jetzt bitte worum es geht!“, „Ihr nächster freier Mitarbeiter ist in etwa zwei Minuten für Sie da!“, „Dieses Telefonat wird aufgezeichnet. Wenn Sie keine Aufzeichnung wünschen, dann …“.

Auch Apple kümmert sich doch auch nur noch um iPhones. Jetzt muss man bei Apple feststellen, dass das keinen mehr interessiert, seit es chinesische Smartphones gibt, die viel günstiger sind, tagelange Akkuladung haben und überhaupt…. Da geht es nur noch um den Aktienkurs, nicht mehr um den Kunden.

Was haben denn alle diese Unternehmen vergessen? Genau: Geräte und Software und Support für den Menschen. Menschen für den Menschen. Allen diesen Unternehmen ist eigen, nur noch kompliziert zu sein. Menschen werden weg rationalisiert und sind überflüssig. Da haben eben einige Manager nichts verstanden.

Support?

Haben Sie schon mal versucht von Amazon Support zu bekommen? Viel Spaß! Auch dieses Unternehmen versucht möglichst alle Telefonnummern zu vertuschen. Das schaffen die obwohl Telefonnummern im Impressum Pflicht sind. Wie? Keine Ahnung. Man muss nur mächtig genug sein, dann spielt sogar die Bundesnetzagentur mit. Support? Kennen die das Wort bei dem Laden überhaupt?

Wohin wir auch gucken werden wir verarscht: eBay, Youtube, Amazon, Telekom, Google, …

Nicht mal mehr Autos kann man kaufen, in denen ein Navi funktioniert ohne Probleme. Das Navi bei Toyota ist so undurchsichtig, dass selbst ein Mensch mit viel Elektronikerfahrung wie ich ein Handbuch benötigt, um ein Smartphone damit zu verbinden.

Scheiße Toyota. Durchgefallen.

Fernbedienungen

Haben Sie Fernbedienungen? Sind die intuitiv? Schaltet sich die Fernsehanlage mit Ton aus dem Receiver und Telekom Entertain auf einmal ein? Gibt es da Aussetzer? Woran liegt es heute? Am Devolo, am Router, an der Fernbedienung, dem Receiver, der Leitung, schlechten Wetterlage, meiner miesen Stimmung?

Bücher über elektronische Reader? Wieder ein Passwort? Kindle, Fire? Ich kann es nicht mehr hören. Ich will nur ein Buch lesen. Glücklicherweise scheinen sich die die scheiß digitalen Reader nicht durchzusetzen.

Geld am Automaten? Gibt es bald nur noch. Angestellte kosten Geld. Kennen Sie eine Bank, welche Angestellte hat, die Ihnen zu Ihren Freizeiten hilft? Service? Kennen die das Wort überhaupt? Wissen Sie, was Banken verdienen?

Männliche Manager arbeiten für viel Geld am Kunden vorbei

In all diesen Unternehmen sitzen vorwiegend Manager, Geschäftsführer, welche männlich sind und nicht mal beim Pinkeln auf die Idee kommen, dass der Service einfach dazu gehört. Haben die die Birne an beim Pinkeln? Könnten die diese Zeit vielleicht nutzen um auf die Idee zu kommen, dass kein Kunde gerne 25 Minuten am Telefon hängt, bevor er den Service zu sprechen bekommt? Dass man auch als Amazon Kunde gerne mal mit jemandem sprechen möchte? Dass man als Google Kunde (das bin ich wenn ich die Scheißsuchmaschine nutze) auch gerne mal eine Anleitung von einem Menschen haben möchte?

Verstehen die Autobauer, dass man sich nicht durch tausende Menüs schleppen will, um über die Freisprechanlage zu telefonieren? Kann man noch Toaster bauen, die keine Anleitung benötigen? Kann man noch Uhren ohne Netzwerkanschluss und Passwörter herstellen? Gibt es noch einen Manager in der Welt, der sich mit den einfachsten Dingen beschäftigt und den Kunden versteht?

Vermutlich gibt es sie noch, die guten Manager. Aber vielleicht sind die auch nur noch Zwängen wie dem Aktienkurs unterlegen, ähnlich wie unsere Politiker den Lobbies verpflichtet sind. Ich vermisse auch in der Wirtschaft in allen Bereichen die Menschlichkeit. Um es auf einen Nenner zu bringen:

Zurück zur Natur.

5 Kommentare

  1. Holger Ehrlich sagt

    In der Tat denke auch ich manchmal, dass man mit Computern hauptsächlich die Probleme löst, die man ohne sie nicht hätte. Und ja, auch ich habe schon die Erfahrung machen müssen, dass Apple auch nicht mehr das ist, was es mal war. Selbst beim iPhone ist der Service nicht optimal. So musste ich dreimal zum Apple Store bevor sie mir den Akku eines iPhones ausgewechselt haben, obwohl Apple dies wegen fehlerhafter Akkus dringend angeraten hatte.
    Aber zurück zur Natur? Eher nicht. Zurück zu ehrbaren Kaufleuten. Zurück zu Firmen, die einem keine halbfertigen Produkte verkaufen. Auch wenn sich der Einzelne hilflos fühlen mag gegen die mächtigen Großkonzerne, die Kunden sind die wahrhaft Mächtigen. Das haben wir nur vergessen. Dabei war es nie einfacher einen weltweiter Proteststurm auszulösen als heute. Dank des Internet könnten sich die Kunden weltweit zusammenschließen um gegen miese Produkte und miesen Service vorzugehen. Leider geschieht das viel zu selten.
    Wir müssen uns unserer Marktmacht bewusst werden, dann können wir auch den mächtigsten Konzern in unserem Sinne formen.

  2. Klaus sagt

    ich kann das nur zu gut nachvollziehen. Unsere Homepage baut sich auch nur ganz langsam auf. Zu viel muss man lesen, vergleichen und ausprobieren um das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

    Auch deinen Artikel über das ausbrennen hat sich bei mir eingebrannt. Wie Ich selber leider immer wieder feststellen muss das Software jeglicher Art häufig nicht besser sondern eher sogar schlechter geworden ist. Dafür ist sie heutzutage nur Bunter und die Werbung dafür ist noch aggressiver und setzt mehr auf Gimmicks statt auf stabile Funktion.

    Manchmal ist weniger dann doch mehr, aber ganz werden wir den digitalen Teufel wohl nicht mehr los ;-)

  3. Dagmar sagt

    Lieber Peter…..
    Wie recht du hast
    Ich dachte ja das wird schon wieder !!! Nein nix läuft rund “ Apple “ sei Dank ?
    Und burn out dank dem ganzen Krimskrams !!!! Genau ich verweigere mich auch?
    Schönes Wetter ? raus mit einem alten Auto ohne Klimaanlage die bei Kälte kühlt und bei Wärme heizt ??
    Ich sage nicht früher war alles besser aber schöner!!! Persönliche Gespräche nicht von App zu App sondern direkt Auge in Auge
    Bis bald mal
    Dagmar

  4. Ben Bartolovic sagt

    Lieber Peter,

    wahre Worte schön verpackt!

    Ich hab die Schnauze auch voll, von dem ganzen komplizierten Mist und bin seit Jahren am minimieren… So wenig wie möglich heißt die Devise und dennoch: Ohne PC, Software etc. gehts kaum..

    Vor kurzem wollte ich mir eine CAD Software kaufen. Habe mir Webseiten angesehen, die bekannten Anbieter durchforstet und war nach einiger Zeit nur noch gefrustet von dieser Undurchsichtigkeit.

    Dann bin ich zu Solid works gekommen, kaum 1 Minute auf der Website, die richtige Software gefunden, Videos angesehen, Vertreter kommen lassen, alles super einfach, ging flott.. Da investiere ich auch fünfstellige Beträge, ohne mit der Wimper zu zucken, weil es einfach geht…

    Mein nächstes Auto wird ein Opel Adam. Bin den Probegefahren. Navi, Bluetooth etc. alles super einfach und intuitiv bedienbar.

    Software setze ich nur noch von Microsoft (Cloud und Office) und Adobe (Bild-Videobearbeitung) ein. Alles andere musste dran glauben.

    Insgesamt einfach nur noch geil! Kein Stress mehr, flottes arbeiten…

    Ein Trend, den du ebenfalls angesprochen hast, gibt mir auch sehr zu denken. Die jungen Menschen, die nun in die Berufe kommen (Die Generation Y und X) haben dank „moderner Medien“ nie richtig kommunizieren gelernt und sie versuchen nun auf eigene Faust, Erfahrung zu sammeln, anstatt sich auszutauschen. Die Qualität der Arbeit leidet extrem. Es wird so viel schlechtes auf den Markt gebracht, was früher keine kritische Prüfung überstanden hätte… Warum? Um Kohle zu verdienen…

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