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Der Beruf des Fotografen stirbt – Deutschland ist bald am Ende

Ich möchte mir mal Luft machen: Der Beruf des Fotografen stirbt einen langen und schmutzigen Tod. Inzwischen glaubt in Deutschland offenbar jeder, daß Geiz geil ist und man die Fotos auch ohne professionellen Hilfe hinbekommt. Das ist grundlegend falsch. Ich möchte das mal erklären.

Bald wird es keine professionelle Fotografen mehr geben

Sie kaufen sich eine Leiter. Dann können Sie auch Ihr Dach selbst decken? Oder Sie wenden sich an den Nachbarsohn, der glaubt Ihr Dach reparieren zu können und leihen ihm Ihre Leiter? Klasse. Und ein Fehler, weil das nämlich hinterher teurer wird, als wenn man gleich einen Profi Dachdecker genommen hätte.

So ist das mit dem Beruf des Fotografen momentan.

Mein Nachbar / Cousin / Bekannter macht die Fotos, denn der hat sich gerade eine tolle digitale Spiegelreflexkamera gekauft.

Ich sage nur toll! Ansonsten steht der hinter der Käsetheke? Ich gratuliere zu den „gesparten“ fünfhundert Euro für das Firmenshooting. Die Firmenfotos sind sicher toll hinterher, weil der Mann mit dem Hobby der Fotografie so gut mit Menschen umgehen kann und so viele Ideen hat für die Menschen vor der Kamera. Er hat sicher auch eine berufliche Haftpflichtversicherung für den Kratzer an der Türe? Und sicher hat der auch kalibrierte Eizo-Monitore auf denen er die Fotos farbverbindlich bearbeitet?

Noch was: ist der mit dem Firmenwagen von der Firma der Käsetheke zu Ihrem Job gefahren? Und der ist auch sicher versichert, wenn er sich bei Ihnen verletzt? Der Arbeitgeber ist einverstanden mit seiner Nebentätigkeit?

Qualität spielt bei Aufträgen keine Rolle mehr, das merken gerade alle Fotografen

Sind die Fotos von der Qualität die ein professioneller Fotograf macht? Oder ist das egal, weil die Qualität ja nicht entscheidend ist, sondern der Preis? Ich gratuliere zu der Einsparung.

Wir werden es in Deutschland noch schaffen die letzten Jobs auszuradieren, mit der Sparsamkeit und der Geiz ist geil Mentalität. Ich bin überzeugt, wir lassen uns hier noch auf den tollsten Preis ein und merken nicht wie unser eigener Arbeitsplatz stirbt.

Nur unlängst hat ein Krefelder Fotofachgeschäft geschlossen, weil es die Schnauze voll hat von der Mentalität sich bei ihnen beraten zu lassen und dann die Nikonkamera für fünf EURO Ersparnis im Internet zu bestellen. Zu recht macht der Laden zu. Ich frage Sie: wer kann sich denn diese Stillosigkeit, diese absolute Dummheit, dieses Billigzeitungsniveau noch leisten? Erst wenn der letzte Laden mit Fachkräften aus den Innenstädten verschwunden ist, werden die Menschen merken, daß die Preise beim Onlinehandel steigen ohne Beratung, ohne Service, ohne schnelle Bearbeitung im Garantiefalle.

Qualität und Beratung spart Geld!

Daß man Geld sparen kann, wenn man gut beraten wird, wenn man bessere Qualität bekommt, ist den meisten Menschen doch offenbar total egal. Da wird das teure SUV gekauft oder öfter noch geleast und viel Wert auf das neueste iPhone gelegt, welches doch so billig ist (EUR 1.200,- in zwei Jahren?). Aber beim Fleisch wird gespart und das ist völlig egal: laß es doch Pferdefleisch sein. Ist mir doch egal. Laß es doch voll sein mit Antibiotika, dann bleibe ich wenigstens gesund! Ich geh dahin wo der Döner nur EUR 2,50 kostet. Mir ist völlig egal, daß mir die Dönerbude kein Fleisch dafür liefern kann. Hall0? Da ist alles drin nur kein Fleisch!

Thema Hochzeitsfotos / Hochzeitsfotograf

Da werden heute absolute Amateure für die Fotos der Hochzeit gebucht. Das darf nicht teurer als EUR 350,- für den ganzen Tag Begleitung sein. Daß das Handtäschchen der Braut schon EUR 200,- gekostet hat spielt keine Rolle. Das Restaurant ist auch keine Kaschemme. Da wird doch nicht der Nachbarsohn gebucht, der auch privat ganz gut kochen kann oder?

Aber der Hochzeitsfotograf darf ruhig einer sein, der sonst hinter der Käsetheke arbeitet? Klasse! Macht Euch nur die ganze schöne Sache kaputt, denn wofür wollt Ihr denn das schönste Kleid, den tollsten Anzug, das tolle Restaurant und die schönsten Blumen? Damit hinterher die Fotos nichts davon wiedergeben?

Ich gratuliere. Erst wenn Ihr alle kapiert, daß nach Mehrwertsteuer, nach Abzug der Fahrzeit, der Beratung, der tollen Ideen, der liebevollen Bearbeitung der Fotos und der für einen Profi Fotografen selbstverständlichen Haftpflichtversicherung nur noch wenig übrig bleibt, dann werdet Ihr alle verstehen warum es keine Profifotografen mehr gibt.

Warum keiner mehr Lust hat Hochzeitsfotos zu machen? Warum etliche meiner befreundeten Fotografen sagen: Hochzeitsfotos Nein Danke!

Sparen Sie die Hälfte!

Es wird gefeilscht als sei man auf dem Flohmarkt. Und da gehört man dann auch hin. Nicht in das professionelle Fotostudio. Nicht zu dem professionellen Fotografen. Auf den Flohmarkt. Da kann man so toll Geld sparen! Und gerade deshalb wird es immer schwerer den perfekten Fotografen, Dachdecker, Fotofachgeschäft, etc. zu finden. Weil keiner mehr den Unterschied sieht. Nicht im Fleisch, nicht im Service, nicht im Fachgeschäft und nicht beim Berufsfotografen. Alles egal, ich will billig.

Das mußte mal raus. Wir treffen uns wenn Ihr alle eingespart worden seid.

Sparen Sie ganz einfach 50%: Kaufen Sie die Hälfte!

© Mediendesigner und Fotograf Peter Roskothen – Der Beruf des Fotografen stirbt – Deutschland ist längst am Ende

  1. Thomas Schatten

    Sehr geehrter Herr Roskothen
    Ich stimme ihnen da in jeder Hinsicht voll und ganz zu. Ich selbst merke jeden Tag beim Verkauf von hochwertigen Lebensmitteln wie die Leute Supermarkt Preise bei guter Qualität zu Grunde legen. Besser noch sich von uns alles erklären lassen wo kommen die Tiere her wie werden sie gehalten wie lange leben sie welches Futter bekommen sie cetera und dann in den großen Läden den ganzen Einkaufswagen voll Plastikschalen packen.
    Es bleibt dabei: Bei guten Dienstleistungen sowie beim Essen sind nur fünf Prozent der deutschen bereit ihr gutes Geld auch sinnvoll auszugeben.
    Übrigens: richtig ist geiz ist nicht geil Geiz kostet Menschenleben
    Mit freundlichen Grüßen an die fünf Prozent gesunden Menschen
    Thomas Schatten

  2. Fragen über Fragen, auf die es so (quälend) lange keine sinnvollen Antworten gab, bis die frisch entwickelten Filme auf dem Leuchttisch des Fotolabors lagen.

    Auch nach dem Fotostudium und einer mehr als zehnjährigen Erfahrung als Auftragsfotograf, änderte recht wenig an meiner, mich ständig begleitenden Befürchtung, an irgend einem, der, aus meiner Sicht, vielen wichtigen Punkte, die hochwertige professionelle Fotografie ausmachen, versagt zu haben. Ich galt als penetrant, wissbegierig, wusste nahezu alles über Kameras, Filmmaterial, Filmentwicklung und das finale Vergrößern der Auswahlfotos.

    Doch allem Fachwissen zum Trotz: Nach jeder fotografischen Betätigung kam in mir dieser Moment der Ungewissheit, ja der völligen Dunkelheit in mir hoch. Das gute Gefühl nach einem aufwendig durchgeführten Portraittermin wurde gleichzeitig auch immer von Selbstzweifeln getrübt. Solange man sich nicht mit edler Zeisslupe bewaffnet über jede einzelne Belichtung hermachen durfte, sorgte jeder auch noch so gut organisierte Fotojob, für ein flaues Gefühl im Magen. Wem zu analogen Zeiten das umfangreiche fotografische Basiswissen fehlte, fehlte schlichtweg die Berechtigung, einen Fotoauftrag annehmen zu dürfen. Wie sollte man seinem Auftraggeber auch damals erklären, dass 15 belichtete Profifilme a zwanzig Mark und ein ganzer Fototag plus Fahrtkosten – aus welchen Gründen auch immer – fragwürdige oder gar indiskutable Bildergebnisse hervorgebracht haben? Damals war der geplante Einsatz des wunderbaren Kommunikationsmediums Fotografie auch gleichzeitig ein heikles Unterfangen. Es war schlichtweg ein zu hohes finanzielles Risiko, einen fotografischen Laien mit einer geplanten Fotoproduktion zu beauftragen. Zu analogen Zeiten war es nahezu undenkbar, dass ein Artdirector eines auflagenstarken Magazins, seinen schreibenden Redakteur die Kameratasche um den Hals hängt, um nach seinem Interviewtermin auch noch mal eben das dringend benötigte Portraitfoto seines Gesprächspartners zu schießen. Heute ist genau das gängige Praxis.

    Digitale Kameras sind, so die landläufige, aber völlig verkehrte Auffassung einfach zu bedienende Alleskönner. Jeder Laie kann – vermeintlich – ohne viel Erfahrung mit ihnen umgehen und Fotos erzeugen. Vor allem aber: Digitale Kameras machen die zu überbrückende Angst vor der Dunkelheit obsolet. Jedes geschossene Foto ist heute sofort sichtbar und beurteilbar. Zudem kann man schießen, was das Zeug hält, ohne dafür nennenswerte Mehrkosten zu verursachen.
    Den hier genannten schreibenden Redakteur gibt es wirklich. Neuerdings übernimmt er eben auch das Fotografieren für seinen Verlag. Er fährt beispielsweise auf eine weltweit bekannte HIFI-Messe, um dort preisgekrönte HIFI-Entwickler zu interviewen und macht quasi so nebenbei auch die Portraitaufnahmen der glorreichen Gewinner. Und damit sein fotografischer Einsatz auch wirklich lohnenswert ist, knipst er selbstverständlich die auf der Messe ausgestellten – preisgekrönten – HIFI-Geräte gleich mit. Die Fotos und Auszüge aus den Interviews wurden dem Leser dann später im Magazin auf 3 Doppelseiten präsentiert. Die Portraits waren grauenvoll fotografiert. Die HIFI-Elemente, bis zu einhundert Tausend Euro teuer, sahen aus wie billige Attrappen. Es war wirklich eine grauenhaft schlechte Präsentation dieser weltweit bekannten Messe und ich kann auch heute noch nicht glauben, dass diese Fotos von den Verantwortlichen durchgewunken wurden. Ja klar, rein technisch waren die gezeigten Fotos alle in Ordnung, wenn auch nicht hervorragend. Wir wissen alle, wie gut digitale Kameras, das Gesehene (ja, das GESEHENE!) auf dem Sensor aufzeichnen und selbst bei Fehlbelichtungen jedem halbwegs kompetenten Bildbearbeiter noch genügend Spielraum zum korrigieren einräumen.
    Wer aber hat unserem lieben Redakteur bloß erzählt, er solle doch bitte hinter jedem zu portraitierenden HIFI-Entwickler einen riesigen Pflanzenkübel stellen? Und wohlgemerkt: immer den Selben! Könnt Ihr Euch die Fotos so langsam vorstellen? Da sitzen andauernd irgendwelche schwitzenden, ohnehin eher unfotogenen Technikfreaks in schlecht sitzenden Anzügen, an hässlich „gestalteten“ Verkaufstheken und halten ein ebenso schlecht gestaltetes, in der HIFI-Branche aber sehr begehrtes, Siegerschildchen in die Luft. Und aus jedem dieser Siegerköpfe sprießen diese schwer definierbaren grünen Pflanzenstile.

    500 Euro zuzüglich Fahrtkosten wollte ich für diesen Job. Aus Sicht des Magazins war das deutlich zu viel. Das lässt man dann lieber jemanden von der schreibenden Zunft, nahezu ohne Mehrkosten, erledigen. In der Hoffnung, dass dieser eben etwas in halbwegs annehmbarer fotografischer Qualität auf den Sensor zaubert. Er kann ja schließlich nach jeder Belichtung auf sein Display schauen und (vermeintlich) selber entscheiden ob sein Foto was geworden ist. Eine hochwertig fotografierte Portraitserie namhafter und erfolgreicher HIFI-Spezialisten oder gar eine spannend fotografierte Reportage dieser, angeblich so wichtigen Messe, war seitens der Heftmacher nie geplant. Oder etwa doch???

    Liebe Grüße

    Bernd Löber

  3. Hallo Peter,
    vielen Dank für Deinen interessanten Artikel.

    Früher, zu analogen Zeiten, mussten Fotografen wirklich noch nachweislich viel Können und Wissen mitbringen um „auftragsmäßig“ fotografieren zu dürfen. Denn die Fotos, die man machte, blieben ja zunächst im Dunkeln. Nach jeder vermeintlich noch wichtigeren Belichtung, also nach jedem Foto, dass man schoss, war der Fotograf voller Hoffnung und Zuversicht, dass das, was man da gerade per Auslöser auf den Film gebannt hatte, auch später möglichst 1A reproduzierbar ist. An alle ehemals analogen Fotografen – erinnert Ihr Euch?

    An die Wege ins Fachlabor Eurer Wahl? An die elend langen Wartezeiten für die Filmentwicklungen? Ich selbst habe mir nach Abgabe der frisch belichteten Filme gerne ein kleines Mittagsmenü beim Italiener direkt gegenüber unseres Düsseldorfer Fotolabors gegönnt. Und eigentlich immer, während ich meine Lieblingspasta und den obligatorischen Espresso verzehrte, hatte ich ein flaues Gefühl im Magen und stellte mir beängstigende Fragen:

    Habe ich für den Job auch wirklich die optimalen Filme verwendet? Habe ich zu viel Ausschuss verursacht? Habe ich wirklich starke Portraits gemacht? Sind da nicht doch vielleicht viel zu viele Augen-Zu-Bilder dabei? Habe ich vielleicht viel zu viel oder viel zu wenig Blitzlicht eingesetzt? War es wirklich richtig, alle Bilder aus der Hand zu schießen? Stimmte das Umgebungslicht im Verhältnis zum eingesetzten Blitzlicht? Ist der neue 400 Asa Film wirklich so Feinkörnig, wie meine Kollegen behaupten? War die schwere und umständlich zu bedienende Mittelformatkamera die richtige Entscheidung? Wäre ich mit Kleinbildkamera nicht mobiler, vielseitiger und leichtfüßiger unterwegs gewesen? Kann das Labor überhaupt schon fachgerecht mit dem neuen Film umgehen?

    Fragen über Fragen, auf die es so (quälend) lange keine sinnvollen Antworten gab, bis die frisch entwickelten Filme auf dem Leuchttisch des Fotolabors lagen.

    Auch nach dem Fotostudium und einer mehr als zehnjährigen Erfahrung als Auftragsfotograf, änderte recht wenig an meiner, mich ständig begleitenden Befürchtung, an irgend einem, der, aus meiner Sicht, vielen wichtigen Punkte, die hochwertige professionelle Fotografie ausmachen, versagt zu haben. Ich galt als penetrant, wissbegierig, wusste nahezu alles über Kameras, Filmmaterial, Filmentwicklung und das finale Vergrößern der Auswahlfotos.

    Doch allem Fachwissen zum Trotz: Nach jeder fotografischen Betätigung kam in mir dieser Moment der Ungewissheit, ja der völligen Dunkelheit in mir hoch. Das gute Gefühl nach einem aufwendig durchgeführten Portraittermin wurde gleichzeitig auch immer von Selbstzweifeln getrübt. Solange man sich nicht mit edler Zeisslupe bewaffnet über jede einzelne Belichtung hermachen durfte, sorgte jeder auch noch so gut organisierte Fotojob, für ein flaues Gefühl im Magen. Wem zu analogen Zeiten das umfangreiche fotografische Basiswissen fehlte, fehlte schlichtweg die Berechtigung, einen Fotoauftrag annehmen zu dürfen. Wie sollte man seinem Auftraggeber auch damals erklären, dass 15 belichtete Profifilme a zwanzig Mark und ein ganzer Fototag plus Fahrtkosten – aus welchen Gründen auch immer – fragwürdige oder gar indiskutable Bildergebnisse hervorgebracht haben? Damals war der geplante Einsatz des wunderbaren Kommunikationsmediums Fotografie auch gleichzeitig ein heikles Unterfangen. Es war schlichtweg ein zu hohes finanzielles Risiko, einen fotografischen Laien mit einer geplanten Fotoproduktion zu beauftragen. Zu analogen Zeiten war es nahezu undenkbar, dass ein Artdirector eines auflagenstarken Magazins, seinen schreibenden Redakteur die Kameratasche um den Hals hängt, um nach seinem Interviewtermin auch noch mal eben das dringend benötigte Portraitfoto seines Gesprächspartners zu schießen. Heute ist genau das gängige Praxis.

    Digitale Kameras sind, so die landläufige, aber völlig verkehrte Auffassung einfach zu bedienende Alleskönner. Jeder Laie kann – vermeintlich – ohne viel Erfahrung mit ihnen umgehen und Fotos erzeugen. Vor allem aber: Digitale Kameras machen die zu überbrückende Angst vor der Dunkelheit obsolet. Jedes geschossene Foto ist heute sofort sichtbar und beurteilbar. Zudem kann man schießen, was das Zeug hält, ohne dafür nennenswerte Mehrkosten zu verursachen.
    Den hier genannten schreibenden Redakteur gibt es wirklich. Neuerdings übernimmt er eben auch das Fotografieren für seinen Verlag. Er fährt beispielsweise auf eine weltweit bekannte HIFI-Messe, um dort preisgekrönte HIFI-Entwickler zu interviewen und macht quasi so nebenbei auch die Portraitaufnahmen der glorreichen Gewinner. Und damit sein fotografischer Einsatz auch wirklich lohnenswert ist, knipst er selbstverständlich die auf der Messe ausgestellten – preisgekrönten – HIFI-Geräte gleich mit. Die Fotos und Auszüge aus den Interviews wurden dem Leser dann später im Magazin auf 3 Doppelseiten präsentiert. Die Portraits waren grauenvoll fotografiert. Die HIFI-Elemente, bis zu einhundert Tausend Euro teuer, sahen aus wie billige Attrappen. Es war wirklich eine grauenhaft schlechte Präsentation dieser weltweit bekannten Messe und ich kann auch heute noch nicht glauben, dass diese Fotos von den Verantwortlichen durchgewinkt wurden. Ja klar, rein technisch waren die gezeigten Fotos alle in Ordnung, wenn auch nicht hervorragend. Wir wissen alle, wie gut digitale Kameras, das Gesehene (ja, das GESEHENE!) auf dem Sensor aufzeichnen und selbst bei Fehlbelichtungen jedem halbwegs kompetenten Bildbearbeiter noch genügend Spielraum zum korrigieren einräumen.
    Wer aber hat unserem lieben Redakteur bloß erzählt, er solle doch bitte hinter jedem zu portraitierenden HIFI-Entwickler einen riesigen Pflanzenkübel stellen? Und wohlgemerkt: immer den Selben! Könnt Ihr Euch die Fotos so langsam vorstellen? Da sitzen andauernd irgendwelche schwitzenden, ohnehin eher unfotogenen Technikfreaks in schlecht sitzenden Anzügen, an hässlich „gestalteten“ Verkaufstheken und halten ein ebenso schlecht gestaltetes, in der HIFI-Branche aber sehr begehrtes, Siegerschildchen in die Luft. Und aus jedem dieser Siegerköpfe sprießen diese schwer definierbaren grünen Pflanzenstile.

    500 Euro zuzüglich Fahrtkosten wollte ich für diesen Job. Aus Sicht des Magazins war das deutlich zu viel. Das lässt man dann lieber jemanden von der schreibenden Zunft, nahezu ohne Mehrkosten, erledigen. In der Hoffnung, dass dieser eben etwas in halbwegs annehmbarer fotografischer Qualität auf den Sensor zaubert. Er kann ja schließlich nach jeder Belichtung auf sein Display schauen und (vermeintlich) selber entscheiden ob sein Foto was geworden ist. Eine hochwertig fotografierte Portraitserie namhafter und erfolgreicher HIFI-Spezialisten oder gar eine spannend fotografierte Reportage dieser, angeblich so wichtigen Messe, war seitens der Heftmacher nie geplant. Oder etwa doch???

    Liebe Grüße

    Bernd Löber

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