Aikido, Budo, Fotografie, Infrarot, Leben & Tod, Schwarzweiß
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Anders sehen: Infrarot Fotografie

Philosophisch betrachtet sieht jeder Mensch nur was er beigebracht bekommen hat, oder für was man ihm die Wahrnehmung öffnete. Wir alle haben ein sehr eingeschränktes Sehen und eine sehr eingeschränkte Aufnahmefähigkeit, bei der ich bezweifle, ob wir überhaupt jemals Marsmenschen erkennen würden, denn wir haben gar keine Wahrnehmung für bestimmte Dinge und Formen. Es gibt Schulen, die Philosophie und einige spirituelle Ansätze wie zum Beispiel Aikido, um diese Einschränkungen aufzuheben und den Horizont zu erweitern. Sicher kann man nur Außergewöhnliches wahrnehmen, wenn man dazu bereit ist, seine Sinne geschärft hat und seinen sechsten Sinn pflegt und entwickelt. Außerdem sind verschiedene gewollte Sichtweisen unserer Gesellschaft natürlich ein Hindernis, wenn man Dinge außerhalb der Routine wahrnehmen möchte. Werbung oder Fernsehen können die Sicht versperrren auf wirklich wichtigere Medien und Tatsachen. Unsere Gesellschaftsform der Individualität verschränkt die Sicht auf wertvolle andere soziale Strukturen wie Familie oder Partnerschaft. Wir hören oft nicht mehr die Vögel zwitschern weil wir anderes im Kopf haben. Tsunamis werden von uns nicht wahrgenommen, weil wir die Zeichen nicht erkennen (z.B. den Hund der jault und sich verkrümelt).

Infrarot – Fotografieren auf anderer Wellenlänge

Auf die Infrarot Fotografie gestoßen bin ich durch den netten Menschen Jos MariÑ‘n, der auch infrarot fotografiert. Diese Art der Fotografie hat mich nicht mehr losgelassen. Zum einen fotografiere ich sowieso gerne schwarz/weiß weil es die Wahrnehmung auf die wesentlichen Aspekte lenkt (Farbe kann ablenken), zum anderen ist die Überbetonung des Himmels und die hellen Töne bei grüner Natur (alles was Chlorophyll enthält) eine so gewagte Neuigkeit für das Auge, dass es zum Hingucken einlädt. Infrarot bedeutet eine andere Wellenlänge des Lichtes festzuhalten. Daher werden Laub, Gras und Moos fast weiß, blauer Himmel wird dramatisch schwarz oder zumindest dunkel.

Es gibt mehrere Ansätze für die Infrarotfotografie. Man kann zum einen eine analoge Kamera nutzen und z.B. einen Konica Infrarotfilm 750 s/w einlegen. Dieser Film ist noch recht unkompliziert, sollte aber auch in einem Wechselsack bei absoluter Dunkelheit eingelegt und herausgenommen werden. Das schränkt die Nutzung dieses Filmes schon etwas ein, denn einen Wechselsack mitzunehmen und den Film unterwegs herauszunehmen ist nicht so richtig praktisch. So kann man sich vielleicht besser auf die 36 Aufnahmen beschränken, weiß aber nie, welches Ergebnis dabei herauskommt. Das Stativ, welches wegen der längeren Belichtungszeiten notwendig und ist auch nicht immer praktisch. Auch muss man den Film selbst entwickeln und dazu bedarf es dann rudimentärer Labortechnik.

Digitalkameras für die Infrarot-Fotografie

Alternativ kann man bestimmte infrarotempfindliche Digitalkameras nutzen. Die erste G1 von Canon konnte mit vorgesetztem IR-Filter solche Aufnahmen machen. Die modernen Digitalkameras und auch Spiegelreflexkameras hingegen haben einen Sperrfilter vor dem CMOS, welcher diese Wellenlänge des Lichts blockt. Damit lassen sich keine brauchbaren Infrarotaufnahmen mehr machen. Es gibt allerdings mindestens zwei Firmen in den USA, die digitale Kameras umrüsten und zu sehr brauchbaren Infrarotschwarzweiß-Kameras umbauen. Der Nachteil: man kann keine normalen Fotos mehr mit diesen Kameras machen. Der Vorteil: die Fotos, die man z.B. im Beitrag „s/w Fotostrecke Krefeld und Kempen„, aber auch in unserem Photoblog sehen kann.

Interessante Webseiten zum Thema:
http://www.dkrieger.net/ir-anfang.htm
http://www.digitalkamera.de/Tip/23/34.htm

Canon Fotokurs >>

Buch zum Thema:
http://www.fotografieren.com/docs/buch.html#infrarot

3 Kommentare

  1. Nico sagt

    Hallo Peter! Glückwunsch zu Deinem Blog! Ich werde hier sicherlich öfter vorbeischauen. Gruss, Nico

  2. rollinger sagt

    Also nochmal. Es gibt einen Trick um zu sehen, ob die eigene Kamera das kann.
    Nehmen Sie die TV Fernbedienung und leuchten Sie in ihre (digitale) Kamera hinein. Sehen Sie ein blaues/violettes Licht, ist die Kamera IR tauglich.

  3. Peter Roskothen sagt

    Hallo Herr rollinger, das funktioniert nicht wirklich gut. Einige Kameras sind deshalb trotzdem nicht in der Lage brauchbare IR-Fotos zu machen. Probieren Sie es aus. Es gibt nur wenige Kameras die das von Natur aus können. Unter anderem eine Sony DSC-F828 mit Hoya R 72. Schauen Sie mal hier rein: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/990

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