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Sonnenaufgang in Kempen

Kempener Sonnenaufgang
Nur für einen ganz kurzen Moment kam die Sonne hinter dem Horizont hervor, um gleich darauf oben, hinter der geschlossenen Wolkendecke, zu verschwinden. Viele von uns mögen das nicht mitbekommen haben, mal weil sie es so nicht sehen konnten, mal weil sie zur Arbeit hetzten und fokussiert waren auf das Autofahren. In diesen Momenten wird mir immer wieder schlagartig klar, daß unser Leben auch nicht länger dauert als einen Sonnenaufgang und einen Sonnenuntergang. Was ist schon Zeit? Die ist so relativ wie nur was. Für den einen ist es ein Tag, für den anderen ein Jahr, für den dritten 80 Jahre… wo ist der Unterschied? Wird nicht bei der scheinbaren Länge des Lebens ein Tag so furchtbar unwichtig? Konzentrieren wir uns nicht zu sehr auf das Morgen als auf das Jetzt? Haben wir noch Zeit und Sinn den Sonnenaufgang anzuschauen? Wo ist der Sinn, was macht uns aus? Ist es die Hetze nach Arbeit, nach Konsum, nach Fernsehen, Ehe, Kinder kriegen? Oder vielleicht mehr der Moment voller Stille? Eine Mischung aus allem?

Jedenfalls ist da der Weg. Und auch der Zeitweg scheint mir immer weniger linear oder gerade zu sein. Man schaue sich den Tag an – Morgen, Mittag, Abend, Nacht…. Das Jahr mit seinen Zeiten. Das Wasser vom Verdampfen über den Regen bis zurück ins Meer. Warum soll nicht alles einen Kreis bilden. Viele Asiaten denken das und es scheint mir näher an der Wahrheit zu sein als der gerade Zeitablauf und jegliche Evolutionstheorie. Kein Anfang und kein Ende, sondern ein geschlossener Kreis. So rund wie die Sonne, die Erde, der Mond. Die Antworten liegen ganz deutlich vor uns, aber wir sehen sie vor lauter Arbeit nicht mehr…

2 Kommentare

  1. Holger Ehrlich sagt

    Die Zeit vergeht zumindest physikalisch nicht linear, wie uns Albert Einstein lehrte. Im beschleunigten Raum vergeht sie schneller. Ein Astronaut, der nach ein paar Wochen in der ISS zurückkommt, landet relativ zu den Untengebliebenen in der Zukunft. (Eines der unlösbaren Probleme der Reise mit Lichtgeschwindigkeit.)
    Ich weiß, in dieser Weise hast Du es nicht gemeint. Ich verstehe schon, was Du sagen willst. Du siehst die Antworten auf die Fragen des Lebens eher durch die asiatische Philosophie beantwortet. Aber auch dort hat der Kreislauf des Lebens und der Wiedergeburt ein Ende, nämlich im Nirwana. Der Erleuchtete kann das Rad des Seins hinter sich lassen. Das klingt auch nicht so als sei der große Kreis des Universums die wahre Erfüllung.
    Ich lebe recht zufrieden mit der Vorstellung, daß es keinen Sinn des Lebens gibt. Ich glaube an keine Götter oder an das Schicksal. Ich frage mich nicht woher die Sterne am Himmel kommen. Sie sind da, und das genügt mir. Die Frage welches die erstebenswerten Ziele im Leben sind, muß jeder für sich selbst beantworten. Das Glück ist individuell.

  2. Ich komme ja auch vom Niederrhein. Vielleicht ist ein Sonnenaufgang wie der andere, die am Niederrhein sind jedoch etwas ganz besonderes.

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