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	Kommentare zu: Lächeln	</title>
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	<description>» Peters Tipps und Kritik zum Überleben «</description>
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		Von: Heinz		</title>
		<link>https://www.ueberkritisch.de/lacheln/#comment-32</link>

		<dc:creator><![CDATA[Heinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 May 2006 12:09:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich entsinne mich noch gut daran, dass ich mich vor 30 Jahren und mehr
gefragt habe, warum fast alle Frauen lächelnd durch Stadt und Land flaniert
sind. Damals.
Dann kam die Zeit, wo man cool dreinzublicken hatte, also mehr
emanzipatorisch-männlich. Männer zeigen ihre Gefühle nicht; und das nicht,
weil man sie zu Indianern erzogen hätte (Ein Indianer weint nicht!), sondern
weil ihre Gesichtszüge nur von einem schlechten Witz oder einem anständig
ausgezogenen Frauenzimmer zu einer deutlichen Entgleisung gebracht werden
können. Eine feste Burg ist unser Mann. So auch gefälligst die Frau.
Man kann aber freudlos durch Innenstädte bummelnde Zeitgenossen auch anders
sehen: Entweder sind sie in Eile und haben erst vor dem nächsten
Schaufenster oder im nächsten Geschäft wieder Anregung zu erfreuten Gefühlen
gefunden; oder sie bummeln einfach, um schöne Menschengesichter und
Frauenpos zu genießen - und dann sollte man kein enttäuschtes Gesicht
zeigen, aus Höflichkeit selbstredend; oder der oder die andere könnte ein
freundliches Gesicht als unzumutbare Anmache verstehen - auch das gehört
sich nicht. Frauen haben aber neben diesen Gründen noch zwei andere Motive,
cool in die weite Welt zu blicken: Erstens ist man auch als emanzipiertes
Wesen ein Geschöpf der Mode - cool-Sein ist eine Mode; zweitens können
Frauen in ihrem starren Geradeaus-Blick hervorragend (Männer sind dazu nicht
in der Lage!) zusätzlich marginal ausspähen, also mit einem nicht sichtbaren
Seitenblick, ob sie von ihnen entgegenkommenden gut aussehenden Männern auch
wohlwollend zur Kenntnis genommen werden. Davon hängt das Selbstwertgefühl
einer Frau entscheidend ab. Ein liebender Partner ist etwas sehr Schönes,
aber auch anstrengend. Dagegen schlägt die Quantität verehrender bis
begehrlicher Blicke in eine Qualität um: Das bin ich!

Sicher gibt es auch den modernen Menschen, der selbst in unserer
aufgeklärten Zeit die Großen-
ganz-oben nachahmt. Entweder lässt man sich ein Oberlippenbärtchen wachsen
und tut seinem Haupthaar einen rechten Scheitel an und nennt seinen
Erstgeborenen Adolf; oder man zieht wie unsere Kanzlerin traurig die
Mundwinkel nach unten; oder wickelt sich auch im Hochsommer einen Schal mit
den Symbolen und Farben seines über alles geliebten Fußball-Clubs um den
Hals und berauscht sich am hellichten Tag zusätzlich mit Bier. Letztere
bleiben nicht lange cool sondern gröhlen fröhlich durch den ansonsten
tristen Alltag.
Dann sind mir doch lieber die angeblich Traurigen. Übrigens: Man sollte sie
mal fragen, warum sie so traurig dreinsehen. Lächelnd und höflich.
Vielleicht übt sich der nette Mitbürger ja gerade in indischer Meditation.
Das geht meiner Erfahrung nach am besten in entspanntem Gehen! Lieber,
geneigter Leser: Mal üben!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich entsinne mich noch gut daran, dass ich mich vor 30 Jahren und mehr<br />
gefragt habe, warum fast alle Frauen lächelnd durch Stadt und Land flaniert<br />
sind. Damals.<br />
Dann kam die Zeit, wo man cool dreinzublicken hatte, also mehr<br />
emanzipatorisch-männlich. Männer zeigen ihre Gefühle nicht; und das nicht,<br />
weil man sie zu Indianern erzogen hätte (Ein Indianer weint nicht!), sondern<br />
weil ihre Gesichtszüge nur von einem schlechten Witz oder einem anständig<br />
ausgezogenen Frauenzimmer zu einer deutlichen Entgleisung gebracht werden<br />
können. Eine feste Burg ist unser Mann. So auch gefälligst die Frau.<br />
Man kann aber freudlos durch Innenstädte bummelnde Zeitgenossen auch anders<br />
sehen: Entweder sind sie in Eile und haben erst vor dem nächsten<br />
Schaufenster oder im nächsten Geschäft wieder Anregung zu erfreuten Gefühlen<br />
gefunden; oder sie bummeln einfach, um schöne Menschengesichter und<br />
Frauenpos zu genießen &#8211; und dann sollte man kein enttäuschtes Gesicht<br />
zeigen, aus Höflichkeit selbstredend; oder der oder die andere könnte ein<br />
freundliches Gesicht als unzumutbare Anmache verstehen &#8211; auch das gehört<br />
sich nicht. Frauen haben aber neben diesen Gründen noch zwei andere Motive,<br />
cool in die weite Welt zu blicken: Erstens ist man auch als emanzipiertes<br />
Wesen ein Geschöpf der Mode &#8211; cool-Sein ist eine Mode; zweitens können<br />
Frauen in ihrem starren Geradeaus-Blick hervorragend (Männer sind dazu nicht<br />
in der Lage!) zusätzlich marginal ausspähen, also mit einem nicht sichtbaren<br />
Seitenblick, ob sie von ihnen entgegenkommenden gut aussehenden Männern auch<br />
wohlwollend zur Kenntnis genommen werden. Davon hängt das Selbstwertgefühl<br />
einer Frau entscheidend ab. Ein liebender Partner ist etwas sehr Schönes,<br />
aber auch anstrengend. Dagegen schlägt die Quantität verehrender bis<br />
begehrlicher Blicke in eine Qualität um: Das bin ich!</p>
<p>Sicher gibt es auch den modernen Menschen, der selbst in unserer<br />
aufgeklärten Zeit die Großen-<br />
ganz-oben nachahmt. Entweder lässt man sich ein Oberlippenbärtchen wachsen<br />
und tut seinem Haupthaar einen rechten Scheitel an und nennt seinen<br />
Erstgeborenen Adolf; oder man zieht wie unsere Kanzlerin traurig die<br />
Mundwinkel nach unten; oder wickelt sich auch im Hochsommer einen Schal mit<br />
den Symbolen und Farben seines über alles geliebten Fußball-Clubs um den<br />
Hals und berauscht sich am hellichten Tag zusätzlich mit Bier. Letztere<br />
bleiben nicht lange cool sondern gröhlen fröhlich durch den ansonsten<br />
tristen Alltag.<br />
Dann sind mir doch lieber die angeblich Traurigen. Übrigens: Man sollte sie<br />
mal fragen, warum sie so traurig dreinsehen. Lächelnd und höflich.<br />
Vielleicht übt sich der nette Mitbürger ja gerade in indischer Meditation.<br />
Das geht meiner Erfahrung nach am besten in entspanntem Gehen! Lieber,<br />
geneigter Leser: Mal üben!</p>
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