Warum Bundespräsident Wulff sofort zurücktreten muss

Dez 26

Es ist unerträglich, daß Christian Wulff so lange geschwiegen hat zu den Vorwürfen der Vorteilnahme im Amt. Noch unerträglicher ist die Tatsache, daß es stimmt, daß er mit Unternehmern anbändelt und sich privat Vorteile verschafft, seien es Reisen oder Kredite. Das allerschlimmste ist die Arroganz dies alles mit einer Kanzlei regeln zu wollen, als sei das Volk doof. Moralisch hatte Wulff zu diesem Zeitpunkt längst verloren, weil er nicht bereit oder nicht in der Lage war, die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Auch ein nachträgliches Zahlen von Flugpreisen ist nicht eine Entschuldigung. Die Entschuldigung ist er dem Volk viel zu lange schuldig geblieben.

Der wirklich wichtigste Punkt ist, daß das Verhalten von Herrn Wulff der Korruption in Deutschland Tür und Tor öffnet, denn jeder wird jetzt sagen: “Selbst der Bundespräsident macht das doch!”. Wulff hat völlig versagt, denn etwas anderes als ein moralisches Vorbild ist der Posten des Bundespräsidenten nicht. Das Amt hat keine Gewalt, sondern nur Vorbildcharakter und diesen Posten kann Wulff nicht erfüllen, weil er dieser Moral zuwider gehandelt hat. Nicht nur indem er die Präsente annahm, sondern vor allem durch sein langes Schweigen. Er ist nicht handlungsfähig und nicht in der Lage Verantwortung zu übernehmen. Wie fast alle Politiker, nehmen wir mal Helmut Schmidt aus.

Der entscheidende Grund, warum Wulff sofort zurück treten muss, ist der, daß jeder öffentlich Angestellte, der ein Geschenk eines Unternehmens angenommen hätte längst gefeuert wäre. Warum also andere Regeln für Herrn Wulff? Im Gegenteil: der Bundespräsident muß mit gutem Beispiel voran gehen. Das hat er nicht getan und muß sofort vom Amt verschwinden. Übrigens unbedingt ohne die Altersbezüge, denn auch die hat er durch die Vorteilnahme verwirkt. Alles andere ist Betrug am Volk und an der Demokratie. Schwerster Betrug sogar.

1 Kommentar

  1. Die Tür zur Korruption steht in Deutschland schon lang sperrangelweit offen. Wulff ist nur ein “ganz normaler Politiker”, der mitnimmt, was er bekommen kann. Klar, das ist illegal und moralisch verwerflich, aber eben auch politischer Alltag. Für das Ansehen Deutschlands in der Welt ist es besser er bleibt Präsident. Dauernd einen neuen Bundespräsidenten zu wählen, schadet mehr als es nützt. Er sollte sich nur nicht zur Wiederwahl stellen. Auf seine Altersbezüge könnte der Bundespräsident nicht einmal freiwillig verzichten. Das ist gesetzlich nicht vorgesehen, und somit unmöglich.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>