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Tesla gegen VW

Gerade sandte mir mein Freund Klaus den Link zu diesem Artikel „Der große Irrtum mit dem Tesla“ (Link unten). Ich finde der Beitrag könnte auch von einem Entwickler VWs stammen. Darum:

In dem Artikel schreibt jemand über die vielen Nachteile, die verheerende Energiebilanz und den Unsinn eines Tesla Model S mit 700 PS. Nun weiß ich aber, dass der Tesla eine ziemlich coole Karre ist und mein Freund Peter hat sich gerade den Nachfolger reservieren lassen, ein Elektroauto aus dem Hause Tesla für etwa EUR 35.000 (Model 3).

Was viele nicht wissen: in dem Kaufpreis wird vermutlich eine lebenslange Akkugarantie enthalten sein. Überdies sind die Energiekosten im Preis enthalten, denn das Tanken an den Tesla-Zapfsäulen ist nicht mehr kostenpflichtig. Das rechnet sich also einfach für den Besitzer. Und zwar sogar, wenn man das Auto auf Pump kauft.

Das steht natürlich in dem Bericht nicht drin. Auch nicht, dass sich ein Tesla Model S für den Besitzer auf Grund der miterworbenen Energie schon nach drei Jahren amortisieren kann. Das kann ja mal jeder im Kopf mitrechnen: Vielfahrer kommen vielleicht auf 50.000 Kilometer im Jahr? Meist sind das Menschen, die mit einem dicken Auto mit viel PS auf 10 Liter pro 100 KM kommen. Sind also etwa EUR 6.500,- pro Jahr an Dieselkosten / Benzinkosten. Sie wissen jetzt warum der Tesla so beliebt ist?

Der oben angegebene Artikel erwähnt unter anderem die Lade-Wartezeit nach 350 Kilometern von einer halben Stunde. Wartezeit? Das geht ja gar nicht. Das grenzt doch an eine Pause.

Was soll das? Ist das der Versuch mit einer Pause gegen Ideen für Energie Alternativen vorzugehen? So lange mir nicht mal jemand vorrechnet, wie ökologisch ein Elektroauto wie der neue Tesla Model 3 (nicht der Tesla Model S) im Vergleich zu einem vergleichbaren Benziner wirklich ist, wird das nichts mit dem Vergleichen. Dazu gehört auch die Einbeziehung der Herstellungsenergie und Lebensdauer eines Autos, so finde ich. Ich könnte schwören, dass das Elektroauto das Rennen um Längen macht.

Wir denken beim Autofahren immer gleich an den Urlaub mit 1.000 Kilometern. Für die 99% der Fahrten wären die 350 Kilometer doch völlig ausreichend und eine halbe Stunde Pause sind auch nicht schlimm, sondern notwendig. Eine Pause sollte vielleicht besser in Autos eingebaut sein, genauso wie ein Alkoholtester und eine SMS-Sperre. Ja ich kenne die Gegenargumente: die Sperren werden dann wieder ausprogrammiert. Aber das wird lustig für die Besitzer, wenn die das beim TÜV alle zwei Jahre hin und her programmieren müssen.

Lieber Klaus: ich denke immer noch Tesla macht alles richtig und in fünf Jahren bekomme ich einen Euro von Dir, weil es dann bereits Millionen Tesla sein werden. Warts ab.

VW wird es in fünf Jahren auch nicht mehr geben. Aus ganz verschiedenen Gründen (Gier, Macht, das Übliche). Ich bin für genau den Wettbewerb, der jetzt aus den USA kommt. Was kann uns Besseres passieren, wenn es um Umweltideen geht? Vielleicht kommen ja doch noch Wasserstoffautos, eben weil es den Wettbewerb gibt. Oder Elektroautos und Wasserstoffkraftwerke (was aus Gründen der Sicherheit noch besser wäre). Einen Oldtimer als Kapitalanlage kannst Du in fünf Jahren jedenfalls verschrotten, das ist für mich klar. Dafür bekommst Du keinen Cent mehr.

Gestern bin ich nur die 100 Meter zum Briefkasten gegangen. Ein Mercedes Diesel-A-Klasse ließ gerade seinen Motor an und ich bekam minutenlang keine Luft mehr.

Liebe deutschen Autohersteller, Umweltminister und Transportminister: Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass das mit rechten Dingen zugeht? Das ist schlimmer als in den 70ern ohne Kat.. Was Sie mit Ihrer Diesel-Entwicklung betreiben ist Mord. Ganz einfach Mord. Geplant, aus kapitalistischen Gründen. Diese Autos gehören nicht mehr auf die Straße. Und Minister nicht mehr in Ihr Amt.

Mal ehrlich: wer heute noch Dieselautos kauft muss sich doch nur mal hinter seine eigene Karre stellen und einatmen. Dann weiß man doch, warum diese Art Technologie in kurzer Zeit nicht mehr in deutschen Städten zugelassen sein wird.

Nein, ich bin nicht für französische Energie aus Atomkraftwerken. Das ist kein Lösung, das weiß ich auch. Ich war von Anfang an, bereits vor 35 Jahren dagegen (nicht aber die CDU, die war begeistert), weil ich damals schon wusste, dass Atomkraft nur dem Reichtum einiger geldgeiler Minister und den Energiekonzernen nutzte. Aber ich bin sicher mit den richtigen Ideen entsteht aus dem Tesla eine ruckartige neue Idee in viele Richtungen. Und ich bin auch sicher, dass die bei VW, BMW und Mercedes gerade ganz schön schwitzen. Zu Recht.

Tesla Unveils Model 3 from Tesla, Inc on Vimeo.

P.S.: Ich fahre (noch) keinen Tesla, sondern einen Toyota Avensis (7.3 Liter / 100km) und Mazda 2 mit einem Benzinverbrauch von 5.3 Liter auf 100 KM. Der Verbrauch des Mazda ist gemessen über 2.500 Kilometern begeistertem Fahren bei großem Fahrkomfort. Das Auto davor war ein Corsa, der 21 Jahre lang seinen Dienst tat. Die Hälfte der Zeit auf Gas, was besonders umweltfreundlich war und immer die volle Steuer kostete (Dank an die lobbygesteuerten Ministerien).

2 Kommentare

  1. Ben Bartolovic sagt

    Hallo Peter,

    toller Beitrag. Anfangs war ich noch sehr skeptisch bei den ganzen Stromautos… ich selbst habe schon Kraftwerke in Betrieb genommen und gesehen, wie schlecht auch dort die Wirkungsgrade teilweise sind… Immerhin wird Strom oft aus der Verbrennung gewonnen, genau so wie die Kraft beim Auto aus der Verbrennung kommt… Je nach System effektiver oder eben nicht.

    Mittlerweile sind die E-Autos echt eine Alternative. Ich hab erstmal klein angefangen, mit einem 45km/h E-Bike. Ich werde zwar belächelt: „So ein junger Mann schon mit einem E-Bike“. Allerdings ist für mich das E-Bike keine Alternative zum normalen Fahrrad, sondern zum Auto.

    Mit Packtaschen an den Seiten mache ich meine Wocheneinkäufe damit, fahre zur Arbeit, oder auch mal zur Erholung in den Schwarzwald. 80km trotz Hügel in 3 Stunden quer durch die Natur ist halt ein Argument.

    Wenn ich mit meinem alten BMW fahre (Autogas), dann sagen alle: „Okay“. 102 kW Leistung, 1400kg Gewicht durch die Gegend schleppen…

    Wenn ich mit meinem E-Bike fahre, 0,3kW Leistung, 20kg Gewicht, dann heißt es „Opa“. Ich steh drüber. Denn die 100km Fahrt mit dem E-Bike kosten mich umgerechnet etwa 14cent Stromkosten 😉
    Mich hat das Rad gebraucht (6 Monate) mit 2 Akkus 2.400€ gekostet.

    Mit meinem Autogas Wagen sind es für 100km übrigens ca. 5,50€. Mit Benzin wären es 13€

    Ich denke, uns allen wäre schon geholfen, wenn wir für eine einfache Fahrt zur Arbeit mit einer einzigen Person, nicht einen monströsen Stahlesel wählen würden, der über 1000kg schwer ist und permanent beschleunigt und abgebremst werden muss…

    Dank Deines Beitrages werde ich mich demnächst auch mal mit dem Tesla auseinander setzen. Sicher eine Alternative.. ob das mit den Tankpreisen wirklich immer so sein wird, mag ich bezweifeln, aber eine Überlegung ist es allemal wert. Vielen Dank für Deinen wertvollen Beitrag!

    Beste Grüße aus Karlsruhe
    Ben

  2. Peter Roskothen sagt

    Danke Ben! Im neuen Tesla ist die Energie wohl nicht mehr im Kaufpreis enthalten. Das ist richtig, weiß ich aber auch erst seit kurzer Zeit.
    Wir könnten uns auch über Verkehrsinfarkte, Staus oder anderes unterhalten. In den USA kommen gesonderte Spuren zum Einsatz, wenn mehr als eine Person im Auto sitzt. Das wäre auch ein Anreiz. Solange Deutschland die Karren alle falsch subventioniert, solange werden Leute in zu schweren SUV-Firmenautos weiter alleine fahren und die Straßen verstopfen.
    Die Verlogenheit deutscher Politiker geht doch vermutlich soweit, sich über jeden Stau zu freuen, weil es Geld in den Staatshaushalt schwemmt. Warum sonst stehen wir ständig vor roten Ampeln, anstatt grüne Welle zu bekommen?
    Unsere verlogenen Politiker, die alles für Geld und Wirtschaft tun, werden an der Umwelt nie Interesse zeigen. Solange von Politikern wie dem Totalversager Verkehrsminister Dobrindt (meine Meinung) nicht der Ausstoß der Autos besteuert wird, so lange kommt kein Interesse an der Umwelt auf. Und es ist politisches Programm verlogen weiter zu machen. Das wird Deutschland irgendwann mal in arge Bedrängnis bringen, weil Tesla, Google und Co. übernehmen werden.

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