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Presse berichtet nicht über katholischen Missbrauch in Australien

Die Zeit -- Tausende Fälle von Kindesmissbrauch in Australien

Die Meldung ist nicht mehr ganz neu: vor zwei Tagen berichtet ein kleiner Teil der Presse (Die Zeit / DLF) über die „Tausende Fälle von Kindesmissbrauch in Australien“. Seit langer Zeit wurden 4.440 Kinder im Alter ab 4 Jahren von Angehörigen der katholischen Kirche sexuell missbraucht. Viele der missbrauchten Menschen haben sich seither selbst umgebracht.

Presse berichtet nicht über den Kindesmissbrauch in Australien der katholischen Kirche

Der eigentliche Skandal wird noch überschattet von der so genannten freien Presse, die vermutlich versucht die katholische Kirche zu schützen indem sie diese Meldung einfach nicht bringt und sich den Fakten nicht widmet.

Tatsächlich hören wir generell wenige Nachrichten über Australien in Deutschland. Australien scheint zu weit weg zu sein, als das es für die Presse interessant sein könnte. Jedoch ist es inzwischen so, dass viele Menschen entweder in Australien in Urlaub waren, oder dort Verwandte bzw. Freunde haben. Es gibt also ein Interesse an Nachrichten aus Übersee, nicht wie vor tausenden Jahren.

Warum die RP / Rheinische Post und viele andere Zeitungen sowie Fernsehsender nicht über den Kindesmissbrauch der katholischen Kirche berichtet, weiß ich noch nicht. Vielleicht erhalte ich ja einen Kommentar der Medien unter dem Artikel, indem sich Verantwortliche äußern. Mein Verdacht ist, dass die Presse versucht diese Nachricht zu verschweigen.

Die Frage liegt nahe: Ist ein großer Teil der deutschen und internationalen Presse gar nicht mehr frei? Lässt sie uns auf Geheiß im Dunkeln stehen? Wer versagt bei ARD und ZDF wenn eine solche Meldung nicht im Fernsehen der Abendschauen publiziert wird? Ist es der Intendant, der von der Regierung oder der katholischen Kirche unter Druck gesetzt wird?

Inhaltlich scheint es mir doch inzwischen so zu sein, dass die katholische Kirche alles versucht ihre pädophilen Amtsträger zu schützen. Man bekommt den Verdacht, dass die katholische Kirche den Opfern gar nicht helfen möchte, sondern statt dessen den Tätern hilft, um die systematische Pädophilie einiger Würdenträger zu verschleiern.

Australien deckt auf

Nun hat sich Australien aber nicht mit „Bitte Bitte“ an die Kirche gewandt, sondern die Sache selbst aufgedeckt. Und zu Tage kommt ein systematisches Verbrechen ungeheuren Ausmaßes. Ich persönlich nehme weder an, dass ein VW Vorstand von Manipulationen der Abgaswerte nicht wusste, noch glaube ich, dass die katholische Kirche in 59 Jahren (1950-2009) nicht alles versucht hat, die Pädophilie in den eigenen Reihen zu vertuschen. Christ sein ist anders.

Nein, nicht jeder Pfarrer oder Würdenträger der katholischen Kirche ist pädophil. Ganz im Gegenteil, es gibt wunderbare Pfarrer und Amtsträger in diesem Verein. Aber der Fisch stinkt gewaltig vom Kopf und wenn ein Skandal dieses Ausmaßes von der Rheinischen Post jetzt vermutlich vorsätzlich nicht publiziert wird, dann kann man den Eindruck bekommen, dass ich mit Recht meine Rheinische Post abbestellte.

Auf Seiten aller Verlage, die die Meldung verschweigen, muss man sich vielleicht nicht wundern, warum die Menschen das Interesse an Zeitungen verlieren. Jedenfalls hat beispielsweise die Zeit sofort ausführlicher über den Skandal der katholischen Kirche berichtet. Auch die ARD, der Deutschlandfunk und andere hielten diesen Skandal aus Australien für eine kleine Meldung wert. Die FAZ berichtete schon 2002 über Schweigegeld, welches den Opfern offenbar gezahlt wurde. Dennoch sind die Meldungen klein und werden von einigen Medien komplett „vergessen“.

Ich glaube übrigens bei der systematischen Pädophilie nicht an ein australisches Problem, sondern an ein weltweites Problem der katholischen Kirche. Besonders christlich ist, dass diese Institution sich nicht aktiver um die Aufklärung kümmert und den Opfern nicht mehr hilft als den Tätern. Und schade ist in meinen Augen auch, dass die Regierungen nicht so aktiv sind, wie die Australische bei der Aufklärung. Auch hierzulande in Deutschland scheint man zu „vergessen“, die Täter hinter Schloss und Riegel zu bringen.

Einen schönen Dank an die Bundesregierung für den Opferschutz und den Schutz der Öffentlichkeit vor den Taten der katholischen Kirche! Und einen besonderen Dank an die Obrigkeit der katholischen Kirche für die systematische Deckelung, Vertuschung und das gleichzeitige Predigen von Christlichkeit. Geht es der Leitung der katholischen Kirche ausschließlich um Machterhalt und Geld?

Menschen vergessen bei solchen Meldungen die psychischen Folgen für die Opfer. Viele Opfer haben sich wegen des sexuellen Missbrauchs von 7% (!) der katholischen Pfarrer in Australien selbst getötet. Andere Missbrauchsopfer haben keine Partner, keinen Job, können Ihre Arbeit nicht ausüben. Ein ungeheures Leid, welches systematisch von Angehörigen der katholischen Kirche verübt wurde.

Wenn Sie sich über die systematische Vertuschung des Missbrauchs informieren möchten, empfehle ich im Moment statt der deutschen Medien den obigen Video-Beitrag aus Australien in englischer Sprache.
Das meldet die katholische Kirche selbst zum Thema >>

Ein WDR-Beitrag über Missbrauchsfälle und das Versagen der Kirche und Justiz in Deutschland:

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