Fotografie, Indien
Schreibe einen Kommentar

Indien Foto-Reisebericht 10. April

Reise nach Indien

Unser erster Tag in Indien, nachdem wir am Vortag nachmittags von Düsseldorf über London nach Delhi geflogen sind. Am frühen Morgen um etwa sechs Uhr kommen wir in Indien an und geraten unmittelbar aus der klimatisierten Luft in eine Wand aus Hitze und (zumindest an diesem ersten Tag) auch Schwüle. Nach der Immigration mit ähnlicher nerviger Prozedur wie in den USA, tauschen wir Euro in Rupien, da unsere europäischen Banken diese Währung nicht zu schätzen wissen. Das ist ein dickes Bündel was man für wenig Euro bekommt und erinnert an die frühere italienische Lira. Unseren Reiseführer für Delhi finden wir erst im zweiten Anlauf durch viele links und rechts hochgehaltene Schilder. Der wiederum führt uns zum Auto wo wir unsere Koffer deponieren, um gleich darauf noch einmal über den halben Flughafen zu laufen. Wir wollen unseren Rückflug bestätigen lassen, was wir aber bei British Airways gar nicht brauchen. Die Eindrücke sind wirklich solche. Menschen überall, vor allem auch schlafend auf dem Boden. Viele Gerüche und verschiedene Gedanken blitzen wild auf und werden vorübergehend und mangels Lösungen auch sofort wieder verdrängt. Man verspricht sich selber später wieder daran anzuknüpfen. Deshalb wohl fällt man nach der Reise in ein großes tiefes Loch.

Wir fahren in unserem Klitzekleinbus mit Klimaanlage und Einschussloch in der Windschutzscheibe zu einer Zwischenunterkunft und können uns duschen und unter richtig vernünftigen Bedinungen auf die Toilette. Ich hatte es mir bei weitem schlimmer vorgestellt. Das ist weitaus besser als die Toilette im Flieger. Übrigens war eine davon durch zwei Italiener instantbesetzt. Die beiden hatten sich alles was ging reingedröhnt und wir hofften inständig, dass man sie bei der Immigration überging und nach Hause schickte.
Geraldine hatte vorsichtshalber alles mit, was feucht ist und den Popo und die Hände desinfizieren kann. Es war nicht nötig aber ein besseres Gefühl. Nach kurzer Aklimatisation bekommen wir ein hervorragendes Frühstück von super freundlichen Indern vorgesetzt. Das Frühstück ist sicher ein bisschen englisch mit Bananen, Orangenmarmelade und Toast, Müsli und Kornflakes. Der erste indische Masala-Chai (Gewürz-Tee) wird uns serviert und wir sind begeistert. Später auf der Reise kaufen wir die Zutaten, aber zu Hause schmeckt alles mitgebrachte Essen und Trinken gewöhnlich und nicht mehr wie in der warmen Reiseumgebung.

Wir werden kreuz und quer durch Delhi von einem Monument zum Nächsten geführt. Auch sehr nett, aber wir sind tatsächlich nicht diese Art Touristen, die für Bautenbesichtigung hergekommen sind. Bernd Symons, Du hättest das wissen können, wenn Du unsere Schreiben studiert hättest. Die Einführung ist aber lieb gemeint und wir trauen uns nicht zu widersprechen, denn unser Mann ist super lieb und kümmert sich vorbildlich. Es reicht dann hinterher aber auch wirklich. Die Fahrt durch Delhi ist atemberaubend. Nicht furchteinflössend, sondern einfach sehr dicht und eng und langsam und laut. Man sieht Hunde und Kühe auf der Straße stehen, TucTucs (Rikschas), Autos, Fahrräder, Motorräder, Fußgänger, Kamele und vieles mehr durcheinander und trotzdem im Einklang auf der flaschen Straßenseite. Die Zeit nutzen wir für Schnappschüsse durch die Fensterscheibe unseres Büsschens. Ich werde diese Art zu fotografieren sicher nicht kultivieren, aber sie ist autentische für die Eindrücke und Fülle von Hinguckern.

Die erste Kobra

Beim Lunch die erste Kobra aus dem Korb. Ich gucke weg und überwinde mich vorbei zu gehen. Das Essen im Restaurant ist wunderbar. Tandori und Brot, eine tolle Kombination. Wir achten beim Getränkekauf auf die Siegel an der Flasche und trinken zum ersten Mal das stille Wasser, welches wir nach zehn Tagen Indien nicht mehr sehen wollen. Vielleicht auch weil es einfach nach drei bis vier Litern am Tag nicht mehr so lecker ist. Wir schwitzen aber alles brav wieder aus, ohne es richtig wahrzunehmen.

Um etwa fünf Uhr nachmittags setzten uns unser Mann und der Fahrer am Bahnsteig ab. Der Fahrer freut sich über eine kleine finanzielle Zuwendung. Er hat uns klasse gefahren! Ich frage mich immer noch woher das Einschlussloch kommt. So schlimm fährt der nicht! Der Zug ist mit acht Betten pro offenem Abteil eine kleine Freude nach dem anstrengenden Tag. Wir schlafen zusammen mit einem älteren Inder im Abteil. Der Mann freute sich auf seine Pritsche unten im Abteil nicht ganz zu unrecht. Zwar ist der Zug bei Außentemperaturen von etwa 40 Grad Celsius mit ca. 25 Grad angenehm klimatisiert, aber oben unter der Decke ist es eng und man stößt sich beim Aufstehen ständig die Birne. Nach vielen Stunden Fahrt haben wir in der Nacht eine kurze Schreckminute, weil wir verstanden haben, wir wären angekommen. Der Mann der reinkam um Getränken zu verkaufen, hatte mit einem schwer zu verstehenden indischen Englisch aber „Jaipur“ gesagt und nicht unser Ziel „Jodhpur“ gemeint. Wir legen uns bis zum frühen Morgen wieder hin. Richtiges Schlafen geht nur in kleinen Perioden und so sind wir am nächsten Tag sehr froh als wir wohlbehalten in Jodhpur ankommen.

© Peter Roskothen Fotograf Düsseldorf Niederrhein Ruhrgebiet NRW Deutschland

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.